Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern!

    Willkommen zum Schüleraustauschprogramm des Christian Youth Exchange, Inc.! Wir freuen uns über Dein und Ihr Interesse und laden Dich und Sie ein, sich auf diesen Seiten über unser Programm zu informieren.

    Seit vielen Jahren bietet CYE ganz- oder halbjährige Austauschprogramme für Schülerinnen und Schüler aus dem Großraum Münster an. Über 300 junge Menschen haben bisher von diesem Angebot Gebrauch gemacht und sind für drei, sechs, zehn oder gar zwölf Monate in den US Bundesstaat Alabama gereist, um dort in einer Gastfamilie zu leben und eine High School zu besuchen. Weitere 600 Schüler sind zu zweiwöchigen Gastfamilienaufenthalten während der Oster- oder Herbstferien in das Zentrum der alten Südstaaten gereist, während knapp 150 amerikanische Schüler aus der gleichen Region im Rahmen der CYE Europareisen Münster besucht haben. Zahlen, hinter denen sich viele individuelle Erfahrungen, positive Erlebnisse und bleibende Erinnerungen verbergen. Ein starkes Band der Freundschaft ist entstanden zwischen Alabama und dem Münsterland, was durch zahlreiche private Reisen und Besuche von Familien unserer Schüler und Absolventen des Programms gefestigt wird. Oft sind wir überrascht, wenn wir unverhofft in Alabama Ehemalige oder deren Familien wiedertreffen, und manchmal werden wir ganz unerwartet in Münster von Besuchern aus Alabama erfreut.

    In der Vergangenheit ist es uns trotz teilweise großer Schülergruppen immer wieder gelungen, ein persönliches Verhältnis zu den von uns betreuten Schülerinnen und Schülern aufzubauen, was eine optimale Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt und eine persönliche Betreuung während des Jahres im Ausland ermöglicht. Wir betrachten die uns anvertrauten Jugendlichen als verschiedenartige Menschen, jeder für sich einzigartig in seinen Interessen, Prioritäten, Wünschen, Ängsten, Erwartungen und Träumen. Unsere Teilnehmer sind keine anonymen Nummern, sondern Menschen mit vielen Begabungen und Stärken, und hier und dort vielleicht auch ein paar Schwächen. Wir sind bemüht, den individuellen Wünschen unserer Teilnehmer so weit wie möglich gerecht zu werden. Meist gelingt dies durch die wohlüberlegte Auswahl der High School und die Plazierung in einer Familie mit ähnlichen Interessen. Unser Programm ist das Ergebnis jahrelanger Erfahrung gepaart mit großer Innovationsfreude. Bewährtes wird beibehalten, Überholtes ersetzt, Neues ergänzt: das Programm befindet sich ständig in der Fortentwicklung, es ist nie dasselbe wie im letzten Jahr, und es ist nie fertig.

    Unser Programm umfaßt mehr, als nur den eigentlichen Auslandsaufenthalt. Es erstreckt sich über eine Dauer von fast zwei Jahren und beginnt mit Deinem und Ihrem Studium dieser Informationsunterlagen. Wesentlicher Bestandteil ist die in vier Abschnitte geteilte Vorbereitungsphase, die neben zahlreichen Teilnehmertreffen einen Mathe-Überbrückungskurs, einen Erste-Hilfe-Kurs, einen Rhetorikkurs und ein 13- tägiges Seminar beinhaltet, zu dem Dozenten und Referenten aus den USA eingeflogen werden. Wir setzen bei der Vorbereitung auf eine aufklärende, desillusionierende Betrachtung der amerikanischen Lebensweise und Kultur, auf eine intensive Erarbeitung der amerikanischen Geschichte und aktueller politischer Themen, auf ein realitätsnahes Erlernen und Erfahren amerikanischer schulunterrichtlicher Didaktik und Methodik.

    Im Mittelpunkt des Programms steht -wie könnte es anders sein- der halb- oder ganzjährige Aufenthalt in den USA. Anders als alle anderen uns bekannten Anbieter solcher Aufenthalte bemühen wir uns im ersten Schritt um die Auswahl der auf die bisherigen akademischen Leistungen, aber auch die sonstigen Fähigkeiten, Interessen und Wünsche des Schülers passend abgestimmten High School. Aufgrund der Erkenntnis, dass unsere Schüler den mit Abstand größten Teil ihrer in den USA bewußt erlebten Zeit entweder in der Schule, oder mit schulischen Aktivitäten, Hausaufgaben oder mit eigenständigem Lernen verbringen, stellen wir die Auswahl der Schule der Auswahl der Familie voran. Je besser wir die Schüler, ihren bisherigen Lebensweg, ihre Familien und Freunde kennenlernen, desto größer ist die Chance, eine Schule und im zweiten Schritt eine Familie zu finden, die der Lebensart und den Interessen des Schülers zu möglichst weiten Teilen entspricht. Dies gelingt häufig und zu großen Teilen, aber eben nicht immer und nie vollständig, weshalb die persönliche Betreuung der Jugendlichen während ihres Aufenthalts durch deutsche und amerikanische Ansprechpartner von großer Bedeutung ist.

    Dabei kommt den Betreuern eine unterstützende, beratende, helfende und freundschaftliche, aber eben auch Aufsicht führende und insofern weisungsbefugte Rolle zu. Letztere Funktion üben die CYE Betreuer in enger Zusammenarbeit mit den Eltern in Deutschland und mit der Gastfamilie und Schule in den USA aus.

    Höchste Priorität hat während des Auslandsaufenthaltes der Schulbesuch. Die im CYE Programm weitgehend festgelegte Auswahl der Fächer soll den Wiedereinstieg in die deutsche Schule nach der Rückkehr erleichtern, die Fortsetzung der für den Schüler individuell wichtigen Fremdsprachen und sonstigen Fächer, sowie die Belegung neuer, schwerpunktartiger Fächer ermöglichen und -sofern die jeweilige Schule dies zuläßt- die Pflichtkurse für den amerikanischen Schulabschluß abdecken. In Zusammenarbeit mit den Schulen sind wir bemüht, den Stundenplan auf das Leistungsniveau und die Interessen der Schüler abzustimmen. Wir stellen hohe, aber durchaus erfüllbare Erwartungen an die schulischen Leistungen der uns anvertrauten Jugendlichen und legen auf den persönlichen Einsatz eines jeden Schülers für schulische Aufgaben und Belange größten Wert. Wer einen einjährigen Urlaub buchen möchte, sollte sich bei anderen Anbietern umsehen.

    Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch mit den vom Vorbereitungsprogramm her bekannten Schülern besteht im Rahmen der Begegnungswochenenden, die CYE im Laufe des Schuljahres durchführt. Einige dieser Veranstaltungen sind optional, andere verpflichtend, da auch während des Jahres immer wieder Angelegenheiten besprochen und geregelt werden müssen, die jeden einzelnen Schüler direkt betreffen.

    Höhepunkt für viele Schüler ist die optionale zweiwöchige Rundreise, die CYE während der amerikanischen Osterferien anbietet. Neben dem üblichen Erholungswert und erneuter Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch bietet diese Reise den Jugendlichen die Möglichkeit, Landschaften und Städte, Menschen und Lebensräume, Geschichte und Kultur aus der Nähe kennenzulernen. Während in den 90-er Jahren die Ostküste Reiseziel war, wurde in den letzten acht Jahren die Westküste bereist. Eine Kombination von Erholung, Erlebnis und Erkundung, die begeistert!

    Ein weiterer Teil des CYE Programms ist eine Lernkomponente ganz anderer Art: schon zum fünften Mal wird im laufenden Schuljahr von allen Schülern die Teilnahme an gemeinnützigem Sozialdienst erwartet. In karitativen Einrichtungen, die im Dienste benachteiligter Menschen stehen, leisten die CYE Schüler eine festgelegte Anzahl von Stunden im Dienst am Nächsten. Diese Art des freiwilligen Einsatzes für die sozial schwächer gestellten Menschen ist in den USA wichtiger und lebendiger Bestandteil der Kultur. Ohne die zahlreichen Hilfsorganisationen würde das soziale Netz, welches im Staatswesen der USA nur ansatzweise und sehr grobmaschig verankert ist, völlig kollabieren. Als Gäste in einem Land, in dem es neben einem gewissen Wohlstand eben auch eine erschreckende Armut gibt, sind die uns anvertrauten Jugendlichen aufgefordert, ihren Beitrag zur Linderung von Not zu leisten. Der Erfahrungswert, den ein solcher Dienst am Nächsten mit sich bringt, läßt sich in Worte kaum fassen. Während diese Sozialstunden von jedem Programmteilnehmer individuell geleistet werden, beteiligt sich im Frühjahr 2009 die Gruppe als Ganzes an einem dreitägigen Bauprojekt, welches bescheidenes Wohneigentum für Menschen schafft, die in großer Armut leben.

    Das Programm endet nicht mit dem Abflug aus den USA. Eine angemessene Nachbereitung ist zwar nicht ganz so bedeutsam, wie die Vorbereitung, scheint aber dennoch eine sinnvolle Möglichkeit der Verarbeitung des Erlebten und Vertiefung der Erfahrungen zu sein. Im Rahmen eines Dankgottesdienstes werden die Heimkehrer gewürdigt und erhalten ihre Abschlußzertifikate und ein persönliches Referenzzeugnis in Form eines Empfehlungsschreibens. Beim Dia- und Filmnachmittag werden die Erlebnisse noch einmal lebendig, und Eltern, Geschwister, Freunde und Verwandte können daran teilhaben. Oft sind unsere Programmabsolventen an der Vorbereitung neuer Schülergruppen aktiv beteiligt und stehen den Jüngeren zu Gesprächen und Erfahrungsberichten zur Verfügung. Die CYE Alumni treffen sich noch Jahre nach ihrer Rückkehr und halten Rückschau auf ihr Jahr in Alabama, wohin viele immer wieder gern zurückkehren.

    Unser Programm ist nicht das Richtige für jeden Schüler. Wer sich bewirbt, sollte eine gehörige Portion Interesse, Ausdauer und Überzeugung mitbringen. Wer sich auf das Abenteuer USA einlassen möchte, muß sich von der durch Fernsehserien und Hollywoodfilme in unsere Köpfe projezierten Illusion lösen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit jungen, verantwortungsbewußten, aber ebenso leistungswilligen und anpassungsfähigen Menschen, die das besondere, herausfordernde Erlebnis suchen. Junge Menschen, die -mit den Worten von Mark Twain- den Mut haben, die Leinen los zu machen, vom sicheren Hafen fortzusegeln, den Wind in den Segeln zu fangen, zu erforschen, zu träumen, zu entdecken.


Martin Schulz
Christian Youth Exchange, Inc.